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Südtirol, Tirol und Trentino

Ich liebe Fußball nur alle vier Jahre – aber dann richtig. Die Eppaner tuns auch :-)! Das wird spannend!!!


Wenn ich bedenke, was in der Welt so passiert, zweifle ich oft daran, ob Südtirol nicht einen besonderen Stellenwert in der Hierarchie der "Weltrangliste" hat. Zum besseren Verständnis: Wir erleben hier kaum größere Naturkatastrophen, unsere Umwelt ist noch an den meisten Orten intakt, die Gesellschaft hat zwar insgesamt auch ihre Krisen im Umgang miteinander, doch halten sie sich in einem erträglichen Rahmen. Maradonas Ohrring wurde in Meran beschlagnahmt, das bringt uns aber nicht aus der Ruhe. Jetzt bekommen wir sogar einen offiziellen Erziehungsbrief ins Haus geschickt - die Hotels in Südtirol werden mit besten Noten geehrt, der Ehrgeiz der Unternehmer ist also noch ungetrübt hoch. Es sieht so aus, als hätten wir alles im Griff. Meine philosophisch erörternde, in einen etwas tragisch anmutenden Schleier eingehüllte ;-) Frage: Haben war das?

Wie jedes Jahr fand auch  2009 wieder das berühmte Fest der Kastelruther Spatzen statt, in deren Heimat im schönen Südtirol. Große Gaudi, große Musik, große Stars die sich hier die Klinke in die Hand gaben... Dieses Jahr ging es am 12.-13. Juni über die Bühne und Kastelruth - samt seinen Besuchern - tobte im Festzelt.

Viele verbanden dieses Erlebnis mit einem Aufenthalt auf der Seiser Alm, die zu Wanderungen und Spaziergängen einlädt. Mitten in den Dolomiten, und das auch noch zur wahrscheinlich schönsten Jahreszeit, das hat was für sich. Und vor allem wenn die Dolomiten - wie geplant - demnächst in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen werden!

Am dritten Mai ist sie zu Ende! Die Skisaison im Schnalstal. Doch nicht für lange! Am 13. Juni werden die Lifte für die Sommersaison geöffnet. Und dann gehts wieder rund! Wintersport das ganze Jahr über. Wers mag!?

 

 

"Blechhaufn“ nennt sich eine Ansammlung von Blech, also aus billigem Metall, meist in ungeordnetem Zustand. „Da Blechhaufn“ nennt sich eine Gruppe von sieben Blechbläsern aus dem österreichischen Burgenland, die Musik mit Niveau bieten. Bei freiem Eintritt konzertierten sie am 20. April in Dorf Tirol und unterhielten die Zuhörer und -seher mit viel Schwung, Humor und fachlicher Kompetenz.

Aber dabei will es Dorf Tirol nicht belassen. Urige und wahre, alte und moderne Volkmusik erklingt in dem Dorf immer wieder, vor allem jetzt im April und dann noch im Mai. Die Burgstaller Tanzlmusig aus dem Burggrafenamt, also aus dem Raum Meran wird am 12. Mai zum zweiten Mal im Cafè Restaurant Patriarch spielen. Die Tiroler Tanzlmusig besteht aus sieben Männern, die ansonsten in der Musikkapelle von Dorf Tirol spielen. Aluna Quartett, Psairer Tanzlmusig, die Schmeichler, Opas Diandl, die Gmiatlichn, Geschwister Niederbacher mit Christina und das Herbert Pixner Projekt & Schnittpunktvokal nennen sich die anderen Gruppen, die – so versprechen die Veranstalter – auf jeden Fall für die etwas anderen Töne sorgen werden. Das Programm ist sehr umfangreich und passt wunderbar in die Jahreszeit. Die frohen Stunden organisiere ich mir!

 

 

Habt ihr schon gehört? Der Giro d' Italia kommt wieder nach Süd- und Nordtirol! Und er fährt zum 100. Mal. Hier findet ihr etwas Info.

Südtirol Lastminute

Am ersten April, also morgen, werden sechs der Südtiroler Landesmuseen wieder ihre Tore öffnen und mit neuem Schwung geht’s ab in die Saison. MMM, die Messner Mountain Museums haben ihre Eröffnung schon hinter sich, jetzt ist das Südtiroler Weinmuseum, das Touriseum in Meran, das Museum BergbauWelt Ridnaun-Schneeberg oder das Schaubergwerk Prettau, das Jagd-und Fischereimuseum in Mareit und am 13. April das Volkskundemuseum in Dietenheit bei Bruneck dran.

Das Touriseum in Meran stellt seine Sonderausstellung ins Zeichen des Gedenkjahres 2009. Sie beginnt am 3. April und nennt sich „Der mit dem Bart...“. Die Ausstellung beschäftigt sich mit Andreas Hofer und dem Heldentum im Vergleich. Das Touriseum ist bis November täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Und es lässt sich wunderbar in einen Besuch der Gärten von Schloss Trauttmansdorff einbinden.

Interessieren würden mich noch die Bergmuseen in Ridnaun und Prettau. Bergwerke sind für Groß und Klein eine interessante Sache und der Klimastollen in Prettau mit seiner lungenfreundlichen Atmosphäre ist sowieso mal einen Besuch wert. In Ridnaun kann ich von Dienstag bis Sonntag von 9:30 bis 16:30 Uhr in den Berg schauen, ins Schaubergwerk in Prettau ebenso. Da such ich mir einfach noch einen Tag aus und ab geht’s!

Schloss Wolfsthurn ober Mareit bietet von Dienstag bis Samstag jeweils von 9:30 bis 17:30 Uhr und an Sonn-und Feiertagen auch von 15 bis 17 Uhr seine Dienste an. Das Museum für Jagd und Fischerei ist sicher sehr interessant, die Prunkräume im oberen Geschoss aber dürften meine Kinder noch mehr interessieren!

Das Südtiroler Weinmuseum in Kaltern kann in einen gemütlichen Spaziergang durchs Dorf eingebunden werden, denn es liegt mitten im Zentrum des Weinortes. Ein kleiner „Schauweinberg“ zeigt die verschiedenen alten und neuen Methoden der Rebenpflege und im Inneren des Hauses findet man in alten Kellergewölben Geräte aus vergangenen Zeiten, die dem Weinanbau dienten. Dienstag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr und an Sonn-und Feiertagen von 10 bis 12 Uhr darf man die bäuerliche Welt der Vergangenheit und Gegenwart genauer anschaun.

Als letztes eröffnet am Ostermontag das Volkskundemuseum in Dietenheim im Pustertal. Wie jeden Ostermontag findet eine allgemeine Ostereiersuche für die ganze Familie statt. Ab 14 Uhr. Klingt interessant! Das Museum ist dann bis Ende Oktober Dienstag bis Samstag von 9:30 bis 17:30 Uhr und an Sonn-und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr für Publikum zugängig.

Es gibt keinen Ausrede: auch wenn es regnet, hat Südtirol an Unterhaltung sehr viel zu bieten!

 

Ich finde die Diskussion interessant und ihren Zeitpunkt bizarr! Da reden grad alle über den 17 jährigen Jungen in Deutschland, der viele andere Menschen und sich selbst erschoss, als in den Medien in Südtirol der Artikel zu der vorgezogenen Jägerprüfung auftaucht. Wahnsinn! Da möchte irgend jemand 16 jährigen (!!!) bereits ermöglichen, die Jägerprüfung zu absolvieren. Und so auch Zugang zu Waffen zu haben. Sicher gibt es bereits sehr vernünftige Menschen, die erst 16 Jahre alt sind. Aber da sind auch deren genug, die sich im Leben noch orientieren dürfen und vielleicht nicht immer genau wissen, was sie tun bzw. ihre Gefühle nicht immer unter Kontrolle haben. Gut, die Jungmänner müssen von drei Personen, die mindestens 5 Jahre im Besitz des Jagdscheins sind, begleitet werden. Aber ob das dann immer der Fall ist? Sie dürfen auch keine eigene Waffe besitzen, sondern müssen die der Begleiter benutzen. Auch die schwierige „Jagerprüfung“ sollte die „Bösen“ herausfiltern. Und doch – mir bleibt bei dem Gedanken an die Jugendlichen ein eigenartiger Nachgeschmack. Irgendetwas an der Idee könnte schief gehen.

Die Diskussion verlief sich relativ schnell im Sand. Zumindest wurde sie nicht tagelang in den Zeitungen ausdiskutiert. Irgendwie schien mir der Zeitpunkt sehr unglücklich gewählt.

 

 

Das Gedenkjahr zu den Tiroler Freiheitskämpfen im Jahre 1809 regt zur intensiven, hitzigen Diskussionen an. Sehr viele Menschen beschäftigen sich noch mit der damaligen Zeit, in der die Weichen für Südtirols Schicksal gelegt wurden. Und sehr viele – auch junge - traditionsbewusste Einwohner der kleinen Provinz Südtirol können sich nicht damit abfinden, dass das deutschsprachige Land zu Italien gehört.

So wird z.B. Andreas Hofer aus St. Leonhard im Passeiertal wird als DER Freiheitskämpfer des Jahres 1809 „gehandelt“ und natürlich im ganzen Geschehen entsprechend gewürdigt. Er versuchte, Tirol vor Franzosen und Bayern zu schützen und war leider nur kurz erfolgreich.

Ein Verein, der sich sehr in dieses Thema verbissen hat, ist der Schützenbund. Zumindest eine Gruppe von „Fundamentalisten“ innerhalb des Bundes. Und auch die feschen Männer in ihren schönen Trachten werden an dem großen Umzug am 20. September, der in Innsbruck einer der Höhepunkte des Gedenkjahres sein wird, teilnehmen. Es war klar, dass sie ein ihren Ansichten entsprechendes Zeichen setzen wollen. Ihr Vorhaben: Beim Umzug wird eine Dornenkrone aus Eisen mitgetragen. Als Zeichen des Leidens und der Verzweiflung, die wir Südtiroler anscheinend in uns tragen.

Kuruer Einwurf. Sagen wir mal so: sehr verzweifelt und traurig fühle ich mich als Südtirolerin nicht, der Lebensstandard kann sich auch sehen lassen, irgendwie kann ich das Leiden von früher zwar verstehen, es ist für meine aktuelle Situation aber nicht mehr relevant.

Natürlich erhitzte die Dornenkrone die Gemüter. Das Gedenkjahr soll der sachlichen Information über die Geschichte Tirols dienen und eine positive Schau in die Zukunft bieten.Wenn möglich ohne Provokation und unangenehmem Beigeschmack.

Und die Lösung des „Problems Dornenkrone“ hat in den letzten Tagen tatsächlich Gestalt angenommen. Sehr versöhnlich wird sie nun aussehen, diplomatisch umhüllt von vielen blühenden roten Rosen. Den Ideenwettbewerb, der in der Not ausgeschrieben wurde, hat die in Meran lebende Künstlerin Margit Klammer gewonnen. Und der Nordtiroler und Südtiroler Schützenbund sind mit der umhüllten Dornenkrone sehr zufrieden.

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